Es lebe die Kreativität! Schieb alle Hürden aus dem Weg

Es lebe die Kreativität! Schieb alle Hürden aus dem Weg

Ohne Kreativität gibt es keine Innovationen. Klingt hart, ist aber Fakt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich intensiv mit Themen wie Veränderung und Innovationen auseinandersetze. Dazu gehören auch kreative Ideen von Querdenkern und Freaks. Kreativen Köpfen, die nicht nur linear denken, sondern gerne mal um die Ecke, werden aber viel zu oft Hürden in den Weg geschoben. Vor allen Dingen in tradierten Organisationen und von klassischen Führungskräften. Wollen Unternehmen zukunftsfähig bleiben, müssen sie diese Hürden überwinden und der Kreativität Entfaltungsraum geben.

Hürde Nr. 1 – Selbst entwickeln statt kopieren

Viele Unternehmen zerstören Kreativität. Sie setzen auf die Strategie: „Gut kopiert ist besser als selbst probiert.“ Das mag einige Zeit sogar ganz gut funktionieren und ist für manche Produkte und Services auch relevant, aber Innovationen werden damit sicher nicht geschaffen. Wahre Innovationen und Produkte, die sich dadurch mit höheren Margen verkaufen lassen, sind selten billige Kopien. Und genau diese Struktur des ewigen Kopierens wird immer weiter gefördert, wenn erfolgreiche Innovationsunternehmen als Musterbeispiel herangezogen werden.

Besser ist es also, eine Unternehmenskultur und -strategie zu schaffen, die Kreativität nicht nur zulässt, sondern auch aktiv fördert, ja sogar zu einem Teil deren DNA macht. Denn das hilft auf lange Sicht, nicht nur das Unternehmenswachstum zu fördern, sondern auch mehr und bessere Bewerber anzulocken, die wiederum neue und kreative Ideen mitbringen. Im Marketing spricht vom Prinzip der „reibenden Ärsche“, dort wo viel los ist, gehen mehr Menschen hin. Genauso können Sie attraktiv für Innovatoren werden, aber nur wenn sie es selber sind. Denn das Schöne ist: In jedem Menschen steckt Kreativität, wenn man sie zulässt. Crowdsourcing Ansätze, wie Open Innovation, Crowd Financing oder Social Forecasting sind nur kleine Beweise, dass die Intelligenz und Kreativität der Masse perfekt für den Unternehmenserfolg genutzt werden kann. In meinen Beitrag zum Thema Social Forecasting bin ich schon mal detailliert darauf eingegangen, wie datenbasiert und auf kreative Art ein ganzes Unternehmen zusammen neue Ideen umgesetzt hat.

Hürde Nr. 2 – Kein Raum für Kreativität

Viele Führungskräfte verpassen es, die Kreativität Ihrer Mitarbeiter aktiv zu fördern. Und damit ist nicht nur das passive Zulassen gemeint. Denn Kreativität kann man durch einfaches Nichtstun mehr hemmen, als durch einfache Steine, die in den Weg gelegt werden überhaupt möglich wäre.

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter, der auf seine Idee nur ein müdes Schulterzucken erntet, wird sich hüten, noch einmal seine Kreativität für den Unternehmenserfolg einzusetzen. Im schlimmsten Fall geht er sogar dorthin, wo er dafür die nötige Anerkennung erfährt und nimmt sein Know-How mit. Kreative Menschen sind Gestalter und Entwickler. Unternehmen und Führungskräfte haben dafür Sorge zu tragen, dass der Anteil der kreativen Menschen das Potenzial auch im Unternehmen einsetzt.

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Kreativität: Geben Sie Ihren Mitarbeitern Zeit für Neues! (Bild: © gustavofrazao – fotolia.com)

Führungskräfte müssen erkennen, dass echtes Interesse an den Ideen der Mitarbeiter und Wertschätzung zu einer kreativitätsfördernden Unternehmenskultur beiträgt. Und eine kreative Unternehmenskultur ist es, die es überhaupt ermöglicht, Innovationen auf dem Markt zu platzieren.

Aktives Fördern und Wertschätzen kreativer Prozesse statt Zerstören sollte viel öfter auf der Tagesordnung stehen!

Innovation im Konsens ist Nonsens

Alf Rehn ist sogar der Meinung, dass unter Kollegen viel zu nett miteinander umgegangen wird und die eigene Kreativität darunter leidet. Denn: Innovation im Konsens ist Nonsens, wie ich in meinem Beitrag zu den unbewussten Einstellungen skizziert habe. Es fehlt der Platz für Provokationen. Denn erst dadurch entsteht produktive Reibung, durch die Kreativität erst freigesetzt werden kann.

Hürde Nr. 3 – Erfolgsdruck und Perfektionismus

Vielfach wird Kreativität durch die falschen Konditionierungen gehemmt. Solche Konditionierungen können, wie das eben beschriebene Beispiel zeigt, durch die fehlende Anerkennung für kreative Ideen gesetzt werden, aber auch Erfolgsdruck und eine zu hohe Erwartungshaltung kann dazu beitragen. Wer glaubt, dass die erste Idee den Durchbruch schafft täuscht sich gewaltig. Es braucht viele oft hunderte von Anläufen, um den Big Shot zu setzen. Wir wissen, dass Perfektionismus die Produktivität hemmt. Und dieser hemmt auch Kreativität. Das heißt konkret: Firmen müssen Platz für Fehler schaffen. Es muss möglich seine Ideen wie Sand am Meer zu produzieren und den größten Teil wieder zu vernichten. Als Prozess der produktiven Ideenfindung. Das nimmt den Druck und eine große Anzahl an Ideen kann endlich den Weg in die Köpfe der Mitarbeiter finden.

Firmen müssen anerkennen, dass in jedem Menschen Kreativität steckt – wenn man sie fördert. Denn Neugierde ist der Beginn von Kreativität. Das hat auch Bestseller-Autorin Elizabeth Gilbert in ihrem Vortrag vor dem TED Publikum deutlich gemacht. Sie sagt: „If you are alive, you are a creative person.“ Mitarbeitern muss also das Gefühl gegeben werden, dass sie zu ihrer Kreativität stehen können.

Hürde Nr. 4 – Blockierende Mindsets

Haben wir erstmal erkannt, dass Kreativität in uns allen steckt, stehen wir vor der nächsten Herausforderung. Denn das Problem ist nicht, dass sie nicht vorhanden ist, sondern dass sie durch tradierte Effizienzhaltung blockiert wird. Solche Blockaden können durch erlernbare Kreativitätstechniken aufgehoben werden. Design Thinking Techniken zu erlernen ist gar nicht einmal so schwer, hilft aber auf Dauer nicht nur, gute Ideen zu entwickeln, sondern sie auch umzusetzen. Kreativitätstechniken lassen sich auch ganz einfach gut in Meetings einsetzen, um schneller zu relevanten Entscheidungen zu gelangen und den hierarchischen gruppendynamischen Prozessen vorzubeugen.

Hürde Nr. 5 – Angst vor Veränderung

In meinem Beitrag von Querdenkern und Freaks habe ich es bereits angesprochen. Kreative Innovationen und Produkte brauchen auch immer jemanden, der sie kauft. Weil Menschen aber meistens Veränderungen skeptisch gegenüberstehen, ist das nicht immer einfach. Hier kommt ein guter Umgang mit Veränderungen ins Spiel. Damit können können nicht nur Mitarbeiter angeleitet werden, sich ihrer eigenen Kreativität zu bedienen, sondern auch der Markt aktiv auf innovative Produkte vorbereitet werden. Mit Hilfe von kleinen Tricks, wie dem Herunterspielen von Innovationen oder indem auf das Bekannte im Unbekannten gesetzt wird, können Marketers gezielt auf die Angst vor Veränderung reagieren.

Ohne Kreativität keine Innovationen, ohne Innovationen kein Fortschritt, ohne Fortschritt kein Wachstum. Statt Mitarbeitern Steine in den Weg zu legen und aus lauter Angst vor dem Scheitern neuer, gewagter Ideen in Schockstarre zu verharren, sollten Unternehmen genau analysieren, wo Führungskräfte Kreativität behindern. Und dann alles Nötige tun, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Denn die Spielregeln sind ganz einfach und das hat Josef Schumpter bereits vor vielen Jahrzehnten auf den Punkt gebracht „Nicht innovative Unternehmen werden vom Markt verschwinden“. In heutiger Zeit schneller denn je. Also lassen Sie Ihre Kreativiät blühen!

 

2018-01-05T10:46:29+02:009. April 2016|Featured, Innovation|0 Comments

About the Author:

Stephan Grabmeier
Ich bin Chief Innovation Officer bei Kienbaum Consultants International und verantworte die Kienbaum Innovations-Garage. Wir designen Dinge neu und sorgen für ein Upgrade der Organisation. Darüber hinaus begleite ich Vorstände bei deren digitalen Transformation und Kulturwandel zu New Work.

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