Business Rebellen – Der Talk #15 mit Tina Müller, CEO Douglas

Business Rebellen – Der Talk #15 mit Tina Müller, CEO Douglas

Tina Müller, 49, ist die derzeit angesagteste Managerin in Deutschland. Als Marketingchefin bei Opel etablierte sie den Slogan „Umparken im Kopf“. Seit November 2017 ist sie CEO der Parfümeriekette Douglas. Für das „manager magazin“ ist sie „Deutschlands Vorzeige-Managerin“. Anlass für mich, meinen ersten neuen Business-Rebellen-Talk (als Nachfolge der Organisationsrebellen) mit Tina Müller zu starten. Ich habe mich mit ihr in der Douglas-Zentrale in Düsseldorf getroffen. Unsere Gesprächsthemen waren die neuen Beauty-ICEs der Bahn, Jan Böhmermann, Tinas größter Fehler im Berufsleben, wo sie am liebsten entspannt und was sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Und selbstverständlich hat mir Tina Müller auch verraten, warum sie eine echte Business-Rebellin ist.

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Douglas Office in Düsseldorf (Bild: © Stephan Grabmeier)

Wie Tina Müller zur „Vorzeigemanagerin“ wurde

So eine Karriere baut sich auf. Das geht nicht immer geradlinig. Umwege und Auszeiten gehören dazu. Ich war vier Jahre in der Automobilindustrie bei Opel. Davor ein Jahr freigestellt. Ich habe in der Zeit zwei Bücher geschrieben, eins über Marketing und eins über Gesundheit. Es war also mal linear und mal weniger linear.”

 Was sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist

„Eine wichtige Rolle haben meine Eltern gespielt. Ich bin ländlich und behütet in Bad Neuenahr aufgewachsen. Die große weite Welt war weit entfernt. Nach dem Abitur kam meine Mutter mit dem Angebot auf mich zu, dass ich ein Jahr nach Frankreich gehen könnte. Das hat mich sehr gestärkt und mir das Selbstbewusstsein gegeben, mir vieles zuzutrauen. Aber auch eine erste Berufserfahrung war sehr prägend: Ende der 80er habe ich zwischen Abitur und Studium ein Praktikum bei Apollinaris gemacht. Dort gab es eine Marketing-Leiterin, die für mich immer ein großes Vorbild war.”

https://youtu.be/A15RTM9DBU0

Quelle: Kienbaum / YouTube

Drei Hashtags für Tina Müllers Leben

„Der erste Hashtag ist #Kreativität. Seit jeher habe ich danach gestrebt, Dinge zu verändern, zu verschönern und konsumentengerechter zu machen. Und das möglichst immer mit einem hohen ästhetischen Anspruch. Der zweite Hashtag ist #Forward und gerade sehr aktuell. Wir haben für Douglas eine neue Strategie entwickelt, die „Hashtag Forward Beauty“-Strategie. Der dazu passende Hashtag lautet entsprechend #forwardbeauty. Denn es soll nach vorne gehen, es geht in die Zukunft. Der dritte ist eine persönliche Eigenschaft: Willensstärke, also Hashtag #willensstark. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich nicht so schnell auf.”

Tina über die Beauty-ICEs von Douglas bei der Bahn

„Das ist ein neues Projekt, bei dem wir Mobilität und Beauty verknüpfen wollen. Die Zugfahrt eignet sich dazu hervorragend. Denn gerade Geschäftsreisende, die morgens zuhause in Hektik sind, können die Zeit im Zug somit gut nutzen. In unserem Beauty-Abteil können sie sich hinsetzen, entspannen und bekommen ein schönes Make-up. Die Kooperation mit der Bahn war bislang hervorragend. Da gehören ja wirklich zwei dazu: die Bahn stellt ihre Infrastruktur und wir gehen dann mobil mit unseren Beauty-Advisors rein und verschönern dort, das ist ein super Match.”

Über das Angebot an Jan Böhmermann, ihm im Beauty-Waggon die Fußnägel zu schneiden…

„Wir hatten ihn tatsächlich zur Jungfernfahrt eingeladen, kein Witz. Leider ist er aber dieser Einladung nicht gefolgt, auch kein Witz. Vermutlich hat er am Ende doch Angst bekommen, dass er schöner wird und somit nicht mehr soviel darüber reden kann. (lacht)”

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Beauty everywhere… bei Douglas. (Bild: © Stephan Grabmeier)

Tina Müllers erste große Tat bei Douglas

Es war eine Reihe von Maßnahmen, von denen wir hoffentlich langfristig profitieren. Ich habe sehr sorgfältig verschiedene Persönlichkeiten ins Team genommen, um eine gute Balance zu bekommen. Zudem haben wir direkt zu Beginn auch ein Teambuilding-Seminar durchgeführt: Wir haben uns zwei Tage mit psychologischer Begleitung in die Berge zurückgezogen. Das kann ich wirklich jedem Team in einer solchen Anfangssituation empfehlen. Wir haben uns viel tiefer kennengelernt als es im normalen Job möglich wäre.”

Warum Tina Müller eine Business-Rebellin ist…

„Weil ich teilweise relativ unkonventionell an die Dinge herangehe. Manchmal auch aus Unkenntnis heraus. Bei Opel hatte das zur Folge, dass etwas erfolgreich wurde, von dem das keiner gedacht hätte. Der Beleg, dass man in angestammten Märkten oder auch Unternehmen etwas völlig auf den Kopf stellen kann.”

Über den bislang größten Fehler im Berufsleben…

Mein größter Fehler war ein Flop am Markt. Da war ich knapp 30 und es war die Zeit, als das Senioren-Marketing gerade aufkam. Damals habe ich eine neue Linie für „Gliss Kur“ eingeführt, ein Haarpflege-Produkt. Ich habe dann knallhart „Age Repair“ und zusätzlich noch „40+“ drauf schreiben lassen — so blöd kann man echt nur sein, wenn man halt keine 40 ist. Wenn ich heute darüber nachdenke, ist das absurd: Ich würde den Teufel tun und das kaufen. Erstens sieht jeder im Einkaufswagen, dass ich über 40 bin und zweitens will niemand als über 40 deklariert werden. Zu allem Übel wollte meine damalige Chefin für die Einführung noch ein grauhaariges Model haben. Damit war das Desaster perfekt. Wir haben vielleicht 100 Flaschen Shampoo verkauft.”

Über ihren Lieblingsort…

Es gibt mehrere Orte, aber Hamburg ist für mich einer der wichtigsten. Eine der schönsten Aktivitäten ist es, an der Außenalster entweder mit dem Rad zu fahren oder zu laufen. Diese Stadt hat durch das Wasser einfach eine ganz besondere Atmosphäre — und da bin ich wirklich sehr gerne. Den Sommer verbringe ich fast jedes Jahr auf Sylt. Dort gefällt mir die Kombination: es gibt einerseits die tolle Natur und andererseits Möglichkeiten, gut essen oder einkaufen zu gehen. Dazu komme ich sonst relativ wenig.”

Wo Tina am besten entspannen kann…

„Ich bin großer „Gardening“-Fan, verfüge aktuell allerdings “nur” über eine Dachterrasse. Daher ist mein größter Wunsch, einmal einen schönen Garten zu haben. Da könnte ich stundenlang verbringen, anbauen und ernten. Sprich: Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren… Bei mir gibt’s schon die ersten kleinen grünen Stachelbeeren auf der Terrasse. Jetzt, wo ich wieder nach Düsseldorf gezogen bin, pflanze ich gerade viel an. Das ist eine wirklich kreative Arbeit, die mich ungemein entspannt. Man ist an der frischen Luft und das tut einfach gut, da komme ich gut runter. Und ansonsten bewirkt Shopping natürlich auch Entspannung. Ein paar neue Schuhe oder eine neue Handtasche kaufen, das geht immer.”

Liebe Tina, es hat mir große Freude bereitet mit Dir über diese Themen zu sprechen. Vielen Dank für Deine Offenheit, alles Gute auf Deinem Weg, viel Schaffenskraft und gutes Gelingen. Bis bald 😉

Quelle Titelbild: Stephan Grabmeier

 

2018-05-16T09:55:07+02:0014. Mai 2018|Agilität|0 Comments

About the Author:

Stephan Grabmeier
Ich bin Chief Innovation Officer bei Kienbaum Consultants International und verantworte die Kienbaum Innovations-Garage. Wir designen Dinge neu und sorgen für ein Upgrade der Organisation. Darüber hinaus begleite ich Vorstände bei deren digitalen Transformation und Kulturwandel zu New Work.

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